Mein Rheumatoid-Arthritis-Code

Gelenkgesund!™ geht es mir besser – ● sanft ● schnell ● dauerhaft

Rheuma und Arbeitsleben – Behinderung, Arbeitsunfähigkeit, Wiedereingliederung

Geschrieben von gelenkgesund - 16. Februar 2012

Nach verschiedenen Untersuchungen sind u.a. Schmerzerkrankungen die häufigste Ursache für krankheitsbedingtes Ausscheiden aus dem Arbeitsleben.

Dabei sind Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises häufige Ursachen, zumal Rheuma gemeinhin als unheilbar gilt und, ob in Schüben oder schleichend, in der Regel zu zunehmender Verschlimmerung neigt und die Betroffenen oft mehr und mehr bewegungsunfähig macht.

Hinzu kommen oft weitere Komplikationen und Neben- oder Wechselwirkungen der Rheumamedikamente.

Daher scheiden relativ viele Rheumatiker(innen) vorzeitig aus ihrem Beruf aus oder müssen den Beruf oder den Arbeitsplatz wechseln, z.B. weil aufgrund der Bewegungseinschränkungen bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausgeübt werden können, oder weil der Weg zur Arbeit schwer fällt bzw. wegen der Dosierung der Schmerzmittel man nicht mehr Auto fahren oder keine Maschinen mehr bedienen bedienen darf usw.

Im Folgenden wollen wir ein paar Aspekte der Vereinbarkeit von Rheuma und Berufsleben beleuchten und einen Wegweiser zu verschiedenen Online-Ressourcen im Arbeits- und Sozialrecht, der Rehabilitation und zu Rechten von Erkrankten und Behinderten geben.

Rheuma-Erkrankungen und Arbeitsfähigkeit – Auswirkungen und Hilfsangebote

Daß der Verbleib im (angestammten) Beruf nicht selbstverständlich ist, nachdem die Krankheit ausgebrochen ist und die Arbeitsfähigkeit zu beeinträchtigen beginnt, kann man schon daran ermessen, daß es nun schon zum vierten Mal die Ausschreibung zum RheumaPreis gibt:

Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert und wird zum vierten Mal ausgeschrieben. Auch in diesem Jahr zeichnet die Initiative RheumaPreis Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber aus, die partnerschaftlich Lösungen gefunden haben, damit Menschen mit Rheuma beruflich aktiv bleiben können.

Der Preis geht zurück auf die Initiative RheumaPreis,

… zu der sich 13 Partner-Organisationen zusammengeschlossen haben. Seit 2009 setzt sich die Initiative dafür ein, indem sie gelungene Beispiele beruflicher Einbindung öffentlich macht. “Unser oberstes Ziel ist, die Lebenssituation der Menschen mit Rheuma zu verbessern. Dazu gehört nicht nur, dass die Erkrankung gut behandelt wird, sondern auch der Erhalt der Berufstätigkeit …

wie das Organisationsbüro RheumaPreis schreibt.

Die Initiative (rheumapreis.de) schreibt in ihren Hintergrundinformationen:

In Deutschland sind rund 1,5 Millionen Menschen von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen betroffen. Neben der rheumatoiden Arthritis (RA) mit rund 440.000 Erkrankten zählen der Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis, AS) und andere so genannte Spondyloarthritiden wie die Psoriasis-Arthritis (PsA) mit jeweils 340.000 bzw. 135.000 Fällen zu den häufigsten Krankheiten dieses Formenkreises. …

Dabei weist sie auf ihren Internetseiten auf die verschiedenen Hilfsangebote hin, z.B.:

Für Menschen mit Rheuma stehen zahlreiche Hilfsangebote zur Verfügung um mit der Erkrankung am Arbeitsplatz oder zumindest im Arbeitsleben verbleiben zu können. Oftmals sind diese aber nicht ausreichend bekannt oder weil ein Arbeitnehmer sich nicht als chronisch Kranker „outen“ möchte, werden sie viel zu wenig in Anspruch genommen. …

Die Liste der bisherigen Preisträger(innen) umfaßt bisher zehn Personen, wobei die Frauen mit acht Einträgen eindeutig in der Überzahl sind.

Dort finden Arbeitgeber und Betroffene auch Hinweise auf Literatur und u.a. folgende Broschüren zum direkten Herunterladen:

Auch die Rheuma-Liga hat entsprechende Schriften erstellt, z.B. Jobs und mehr – finde deinen eigenen Weg.

Die wesentlichen Links zu Behörden u.a. hat die Initiative RheumaPreis hier zusammengestellt (Ministerien, Behörden, Gesetzestexte, Organisationen und Verbände, Initiativen und Netzwerke).

Weitere Ratgeber-Broschüren und Internetseiten zur Vereinbarkeit von Rheuma und Beruf

Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten und Ratgebern gemeinnütziger Organisationen und Behörden, die Sie direkt aus dem Internet herunterladen können; hier eine kleine Auswahl:

Flyer Beruf trotz Rheuma der Rheuma-Liga

Die stufenweise Wiedereingliederung nach § 28 SGB IX (Firma Zeiss) der Gewerkschaft Ver.di

Berufswegebegleitung rheumakranker Menschen – am Beispiel des LSK-Projektes in Marzahn-Hellersdorf von Astrid Fengler (12. bundesweiter Kongreß Armut und Gesundheit)

Arbeiten mit Rheuma – Informationen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Deutsche Rheuma-Liga e.V.)

Arbeitshilfe für die stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess (Schriftenreihe der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, Band 8), Zitat:

Die Zielgruppe für die stufenweise Wiedereingliederung wird sehr weit gefasst, so dass ein Wiedereingliederungsplan grundsätzlich nach allen schwereren oder chronischen Erkrankungen und auch beim Vorliegen eines unklaren Krankheitsbildes mit wochen- oder monatelang fortbestehender Arbeitsunfähigkeit einsetzen kann, ohne dass medizinische Einschluss- oder Ausschlusskriterien zu beachten wären. Als Indikationen kommen insbesondere in Frage: Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, u.a. rheumatoide Arthritis, Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew), Degenerative-rheumatische Erkrankungen

Was Sie an Untersuchungen und Erhebungen erwartet, können Sie u.a. dem Leitfaden für die arbeitsamtsärztliche Begutachtung (Redaktion: Dr. med. Dipl. Psych. Walther Heipertz, Leitender Arzt der BA) entnehmen.

Siehe auch die Leitlinien der SGR zur Begutachtung rheumatologischer Krankheiten und Unfallfolgen der Schweizerischen Gesellschaft für Rheumatologie, Arbeitsgruppe Versicherungsmedizin

Broschüre „Job-Fit“ von rheumax.de.

Ihr gutes Recht – Hilfen am Arbeitsplatz (Rheuma-Liga):

Häufig sind die gesundheitlichen Einschränkungen bei einer schweren chronischen Erkrankung so gravierend, dass das Ziel der beruflichen Eingliederung auf dem bisherigen Arbeitsplatz mithilfe von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nicht erreicht werden kann und deshalb eine vorzeitige Rentenzahlung aus gesundheitlichen Gründen droht. Ist dies der Fall, gehört es zum Auftrag der gesetzlichen Rentenversicherung zu prüfen, ob über die sogenannten Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (früher: Berufsfördernde Leistungen) eine Wiedereingliederung des Betroffenen in das Arbeits- und Berufsleben erreicht werden kann.

MITTENDRIN – statt außen vor Eine Broschüre mit Informationen zur Integration von rheumakranken Kindern und Jugendlichen in Schule, Sport und Beruf des Bundesverband zur Förderung und Unterstützung rheumatologisch erkrankter Kinder und deren Familien e.V. und des St. Josef-Stift Sendenhorst (Orthopädisches Zentrum/Nordwestdeutsches Rheumazentrum)

Der Flyer Berufsorientierung der Kinderklinik_Garmisch-Partenkirchen gGmbH bietet eine ausführliche Übersicht über alle möglichen Ansprechpartner und Anlaufstellen, von Industrie- und Handelskammern über Jobbörsen bis hin zu den einschlägigen öffentlichen Stellen und informiert z.B. stichwortartig über so wichtige Details wie „Nachteilsausgleiche im Studium“ u.v.a. Auf deren Website finden Sie auch noch weitere Broschüren rund um Studium und Beruf für Rheumatiker(innen) jeden Alters, insbesondere aber für Kinder, Jugendliche und Berufsanfänger.

In der Broschüre Jobs und mehr – finde deinen eigenen Weg der Deutschen Rheuma-Liga geht es vor allem um Berufschancen junger Leute, die bereits bei Aufnahme von Studium, Ausbildung oder erstem Berufseintritt an Rheuma erkrankt sind.

Broschüre Mit Rehabilitation wieder fit für den Job der Deutschen Rentenversicherung, die auch noch weitere einschlägige Informationsschriften herausgibt. So übernimmt die Rentenversicherung ggf. auch Kosten für Sportvereine/-gruppen, wenn dies für die Rehabilitation nötig ist.

Informationen zu den Gebieten “Schweizer Rehapartner / Berufsberatung / Case Management/Disability Management” u.a. finden Sie auf der Seite der perspectiven.ch.

HANDBUCH ZUR BERUFLICHEN EINGLIEDERUNG BEHINDERTER STUDIERENDER IN EUROPA der Initiative DEPOSE – Dispositif Européen Pour l’Orientation, les Stages et l’Emploi des étudiants handicapés.

Rehabilitation durch die Rentenversicherung des Verbands Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) erläutert Voraussetzungen und Beantragung der entsprechenden Rehabilitationsmaßnahmen für alle de, deren Beschwerden in der AHB/AR-Indikationsliste enthalten sind; hierzu rechnen natürlich auch die entsprechenden Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Internetseiten zu Beruf und Behinderung etc., speziell auch für Rheuma-Betroffene

Karlsruher Studienzentrum für Sehgeschädigte mit einer umfangeichen Liste von Organisationen deutschland- und europaweit (bestimmte Rheumaformen gehen bekanntlich mit einer Schädigung der Augen einher).

Eine kurze Zusammenstellung wichtiger Informationen zu Rheuma und Beruf bietet betanet.de.

Für Österreicher/Wiener bieten die Formulare,-Tipps und Informationen rund um die Behinderung für Wien Orientierungshilfe.

Das Familienhandbuch.de des Staatsinstituts für Frühpädagogik bietet einen Überblick zu „Rheuma bei Kindern und Jugendlichen“.

Beratung für Menschen mit Krankheiten des Skeletts, der Gelenke, Muskeln und des Bindegewebes auch zum Recht der Arbeitsverhältnisse bei talentplus.de – Das Portal zu Arbeitsleben und Behinderung.

rheuma-job-coach.at geht auf „Häufige Fragen zu Berufsunfähigkeit und Rente“ ein – siehe auch:Fit for Work Report: Die Studie zu rheumatischen Erkrankungen im Beruf

Dokumentation zu Schwerbehinderung des NCI (Network for Cooperation & Initiative).

Umschulung wegen Krankheit: Was Sie wissen müssen  der Verbraucher-Information Direkt.

Wissenswertes zur Rehabilitation in der gesetzlichen Rentenversicherung  der Deutschen Rehakliniken beschreibt u.a. das „Gegliederte System der Rehabilitation“ in Deutschland.

Kapitel 13 Rehabilitation der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e.V. basierend auf dem „Memorandum zur Lage und Entwicklung der Rehabilitation bei Rheumakranken“ führt u.a. aus:

Die rheumatologische Rehabilitation ist ein den Rheumakranken lebenslang begleitender Prozess der Anpassung an den wechselhaften Verlauf der Grundkrankheit, gepaart mit Maßnahmen zur sekundären und tertiären Prävention, dessen Intensität und Schwerpunkte analog zum Krankheitsverlauf ständig wechseln können. Der chronische, oft schubweise oder kontinuierlich-progrediente Verlauf der entzündlich-rheumatischen und degenerativen Krankheiten des Bewegungssystems bedingt für die rheumatologische Rehabilitation eine besondere Flexibilität der jeweils notwendigen Zielsetzungen und Maßnahmen. Daher ist eine langfristig planbare Rehabilitation von einem krankheitsbedingten Status quo auf ein neues, stabiles Gleichgewicht nur in Ausnahmefällen möglich.

Aktiv ins Berufsleben trotz Rheuma ist eine Zusammenfassung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen e.V. zu den Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit hinsichtlich der beruflichen (Wieder-) Eingliederung von Rheumatikern.

Zur Eingliederung rheumakranker Kinder und Jugendlicher in Schule und Beruf macht sich auch der Bundesverband zur Förderung und Unterstützung rheumatologisch erkrankter Kinder und deren Familien e.V. Gedanken.

Mitten im Leben – Berufstätig trotz Rheuma von lifeline.de schreibt u.a.:

Arbeitsunfähigkeit bei rheumatoider Arthritis im Überblick: In Deutschland: sind fast 80% im ersten Krankheitsjahr mindestens einmal arbeitsunfähig, die mittlere monatliche Zahl der Tage mit Arbeitsunfähigkeit (AU) … liegt … etwa doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung; sind fast die Hälfte der knapp 4500 unter 65-jährigen Patienten mit rheumatoider Arthritis erwerbstätig, davon ein Drittel mit AU-Tagen, im Mittel fast 54 Tagen pro Jahr; liegt die Rate der Patienten mit Erwerbsminderungsverrentung wegen früher Rheumatoider Arthritis (weniger als 1 Jahr) nach einem Jahr bei 5%, nach zwei Jahren bei 15%, nach drei Jahren bei 20% und nach 6,5 Jahren knapp 30% …

(u.a. aus den Studien „Mau W. et al. Krankheitslast – Erste Routineberichterstattung zu sozialmedizinischen Folgen entzündlich rheumatischer Erkrankungen in Deutschland, Zeitschrift für Rheumatologie 2008. 67 (2): 157-164; Huscher D. et al. Cost of illness in rheumatoid arthritis, ankylosing spondylitis, psoriatic arthritis and SLE in Germany. Annals of the Rheumatic Diseases. 2006; 65 (9): 1175-83“)

Einen Überblick über Aktionen und Programme im Bereich Förderung der Berufsausübung mit Behinderung usw. bieten die REHADAT Datenbanken.

Der Internet-Auftritt der Integrationsämter beinhaltet auch einen Broschürenservice und viele weitere Informationen rund um’s Thema Eingliederung in’s Berufsleben.

Weitere Informationen finden Sie im Übrigen, wenn Sie nach Begriffen wie z.B. Eingliederung und Berufsleben oder Rheuma und Beruf suchen.

Eine Auswahl unserer Gelenkgesund!™ Angebote:

Gelenkgesund!™ Kompakt
Gelenkgesund!™ Intensiv-Training Gelenkgesund!™ Training wöchentlich
Gelenkgesund!™ Methode:H1: Verstehen + H2: Anwenden + H3: Trainieren
Gelenkgesund!™ Intensivkurs H4 Rheuma Selbstheilung

Meine Gelenkgesund!™ Einzeltermine Meine Heilung von der rheumatoiden Arthritis nach der Gelenkgesund!™ Methode – Hier finden Sie einen passenden Termin oder das persönliche Gespräch

2 Antworten zu “Rheuma und Arbeitsleben – Behinderung, Arbeitsunfähigkeit, Wiedereingliederung”

  1. sweetkoffie sagte

    Danke für die Informationen. Rheuma ist in meiner Familie weitverbreitet. Glücklicherweise bin ich bislang verschont geblieben.
    Lg
    SK

    • gelenkgesund sagte

      Bitte gerne. “Alles, was man nicht erkennt, das man gerne ‘Rheuma’ nennt.” Rheuma in seinen vielen Facetten ist eine richtige Landplage. Bleib schön gesund, liebe SK!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s