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Rauchen und Arthritis – Wer raucht, erkrankt eher an Rheuma, braucht mehr Medikamente und leidet an stärkeren Nebenwirkungen

Geschrieben von gelenkgesund - 14. Februar 2012

Wie die Rheuma-Liga im umwelt-panorama berichtet, haben Raucher ein erhöhtes Arthritis-Risiko  und

verweist auf eine US-Studie mit rund 370 000 Frauen, die länger als 20 Jahre mindestens 25 Zigaretten am Tag geraucht hatten. Bei ihnen wurde ein deutlich höheres Risiko festgestellt, an einer Rheumatoiden Arthritis zu erkranken als bei Nichtraucherinnen. Dabei war die Dauer des Rauchens entscheidend, nicht die täglich gerauchte Menge. … Studien aus England wiesen nach, dass starke Raucher ein 13-fach erhöhtes Risiko gegenüber Nichtrauchern zeigen.

Die Pharmazeutische Zeitung titelt gar Rheumatoide Arthritis: Rauchen verboten und schreibt:

Raucher haben nicht nur ein erhöhtes Risiko, an rheumatoider Arthritis zu erkranken. Sie laufen auch Gefahr, dass die Erkrankung bei ihnen besonders schnell voranschreitet.

Professor Dr. Ulf Müller-Ladner von der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheimführte auf dem Pharmacon-Kongress in Davos u.a. aus:

Einige Bestandteile des Zigarettenrauchs fördern die Citrullinierung von Peptiden und die Bildung spezifischer Rheuma-Antikörper gegen citrullinierte Peptide (Anti-Citrullinated Peptide/Protein Antibodies, ACPA).

Welt Online titelte ebenfalls schon am 06.11.2009 Rauchen verschlimmert Rheuma

Bei Rauchern ließen sich in 71 Prozent der Fälle häufiger Rheumafaktoren im Blut nachweisen als bei Patienten, die nur zeitweise in der Vergangenheit oder niemals geraucht haben. Das Schlimme: Medikamente wirken bei Rauchern nicht mehr so gut. … Rauchende RA -Patienten brauchen mehr Medikamente … Mit der Menge der eingesetzten Arzneimittel wachse auch das Risiko von Nebenwirkungen.

In der Ärztezeitung vom 29.04.2009 war zu lesen Bei Rheuma ist Rauchen besonders schädlich mit interessanten Einzelheiten wie diesen:

Professor Bernhard Manger vom Uniklinikum Erlangen: ‘Die interstitielle Lungenerkrankung ist nach den Rheumaknoten die zweithäufigste viszerale Manifestation der RA’, … Ungefähr acht Prozent der Patienten hätten das Vollbild dieser Erkrankung mit reduzierter Lungenfunktion und radiologischen Infiltraten. Eine US-Studie ergab, dass subklinische Formen sehr viel häufiger sind. ‘Demnach liegt bei etwa einem Drittel der pulmonal asymptomatischen RA-Patienten ein pathologischer Befund im hochauflösenden Thorax-CT vor …’

Der FOCUS wies am 10.12.2004 ebenfalls auf den Zusammenhang und auf die Rolle erblicher Vorbelastungen hin:Rauchen fördert Rheuma

In Kombination mit erblicher Vorbelastung ist das Risiko am größten. … Raucher mit SE-Genen haben ein doppelt so hohes Rheuma-Risiko wie Raucher ohne diese Erbinformation. Das berichtet das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum unter Berufung auf eine schwedische Studie.

n-tv.de zitiert u.a. Prof. Klaus Krüger vom wissenschaftlichen Beirat des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen:

Patienten mit Morbus Bechterew sollten unbedingt aufs Rauchen verzichten, betont Krüger. Er beruft sich auf eine aktuelle wissenschaftliche Studie , wonach die Erkrankung bei Rauchern früher einsetzt als bei Nichtrauchern. Außerdem fällt sie bei ihnen heftiger aus. … Laut Krüger bekommen rauchende Patienten auch mit einer größeren Wahrscheinlichkeit als Nichtraucher dauerhafte Schäden an der Wirbelsäule und können sich grundsätzlich schlechter bewegen.

Daß Rauchen rheumatoide Arthritis auslösen kann, darauf weist Dr. Martina Hahn-Hübner in Täglich Gesund hin:

Zigaretten und rheumatoide Arthritis passen überhaupt nicht zusammen: Jeder dritte Fall dieser Erkrankung, wenn nicht noch mehr, werden durch Rauchen ausgelöst. Das haben Forscher des schwedischen Karolinska-Institutes herausgefunden, als sie die Daten von über 1.200 Rheumapatienten mit denen von über 800 gesunden Menschen verglichen.

Dabei scheint Rauchen die rheumatoide Arthritis vor allem bei Männern auszulösen (medica.de):

In einer Studie wurde die komplexe Interaktion zwischen Rauchen, Geschlecht und Inzidenz einer rheumatoiden Arthritis untersucht. An dieser Studie, die in Zentral-Finnland unternommen wurde, nahmen 2.625 Finnen teil. 1.095 litten an einer rheumatoiden Arthritis, … Die Daten zeigten, dass Rauchen nur bei Männern einen Risikofaktor für die Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis darstellt. Bei ihnen erhöht früheres Rauchen das Risiko für eine Rheumafaktor-positive rheumatoide Arthritis um das 2,3-fache.

Allerdings gilt dies i.W. nur für die Auslösung der rheumatoiden Arthritis, während rauchende Frauen möglicherweise weniger stark auf’s Rauchen reagieren, was den Ausbruch arthritischer Erkrankungen betrifft. Aber bei Frauen wie Männern, die bereits an rheumatoider Arthritis leiden, verschlechtert sich die Wirksamkeit der Rheuma-Medikamente in ähnlichem Maß. Wer also weiter raucht, nachdem er oder sie mit der Rheuma-Medikamenten-Therapie begonnen hat, der braucht höhere Dosen und geht damit ein höheres Risiko von Neben- und Wechselwirkungen, z.B. von Leberschäden u.a., ein.

Der Rheumatologe Dr. med. Lothar M. Kirsch hat auf seinem Blog ein Merkblatt Rauchen und Rheuma veröffentlicht und warnt ebenfalls eindringlich:

Neuere wissenschaftliche Studien haben klar gezeigt, dass Raucher deutlich häufiger an entzündlich-rheumatischen Erkrankungen leiden als Nichtraucher, Raucher höhere Rheumafaktor-Werte haben und mehr Rheumaknoten entwickeln [und daß] Raucher eine schlechtere Prognose haben. Das Rheuma (z.B. chronische Polyarthritis, z.B. Bechterew-Krankheit) führt schneller zu Gelenkzerstörungen und die Therapie schlägt weniger gut an, [da] Raucher einen gestörten Knochenstoffwechsel haben (erniedrigte Vitamin D – Werte im Blut) und daher häufiger als Nichtraucher eine Osteoporose entwickeln (Knochenschwund). Raucher [leiden] häufiger an Thrombosen … als Nichtraucher.

Dort weist er auch auf die Broschüren zur Förderung des Nichtrauchens der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und auf die Internetseite rauchfrei-info.de hin.

Dort finden Sie weitere Hinweise zur Raucherentwöhnung, u.a. das Programm zur Raucherberatung des Deutschen Krebsforschungszentrums und andere hilfreiche Hinweise.

Bedenken Sie, auch wenn Sie nicht an Rheuma erkrankt sind:

Zigaretten sind für mindestens jeden dritten Fall der häufigsten und schwersten Variante der Krankheit verantwortlich. … Langjährige starke Raucher – also Menschen, die seit mindestens 20 Jahren täglich zu bis zu 20 Zigaretten greifen – haben ein deutlich erhöhtes Risiko für rheumatoide Arthritis, auch Rheuma genannt. Für Ex-Raucher sinkt die Gefahr zwar mit zunehmender Dauer der Abstinenz, aber für frühere Kettenraucher bleibt sie auch nach 20-jähriger Tabakpause noch erhöht.

(focus.de: Rauchen verschärft Rheuma).

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