Das Antirheumatikum Methotrexat und seine Nebenwirkungen
Geschrieben von gelenkgesund - 17. August 2011
Die Nebenwirkungen des in über 60 Ländern therapeutisch zugelassenen Methotrexats sind vielfältig, wobei unterschieden werden muß zwischen den Dosisbereichen in der Krebsmedikation (hoch), der Therapie von Rheuma und anderen Autoimmunerkrankungen (mittel) und dem Abbruch einer Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft (niedrigere Dosierung und zeitlich begrenzte Einnahme).
Vorheriger Beitrag in unserer Methotrexat-Reihe:
Die Substanz Methotrexat – Chemie, Pharmakologie und Pharmakokinetik
Methotrexat kann zu Veränderungen/Schädigungen an Genen/Chromosomen (Mutagenität) und an Lymphozyten führen. Wegen seiner fruchtschädigenden Eigenschaften schließen sich Schwangerschaft und Methotrexat-Einnahme aus; ob es in der Stillzeit schädlich ist, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten, es wird jedoch geraten, bei Methotrexat-Einnahme abzustillen, da Methotrexat in der Muttermilch nachweisbar ist und somit das kindliche Wachstum gefährden kann, da die Wirkungsweise von Methotrexat ja darauf beruht, die Zellneubildung (Neoplasie) und das Zellwachstum zu hemmen.
Niemand wird i.d.R. während einer chemotherapeutischen oder radiologischen Krebstherapie erwägen, schwanger zu werden. Wird Methotrexat jedoch langjährig zur Bekämpfung einer Autoimmunerkrankung eingenommen, so stellt sich diese Frage naturgemäß. Es gilt die Regel, Methotrexat spätestens drei, besser aber sechs Monate vor dem geplanten Beginn einer Schwangerschaft abzusetzen.
Das Antirheumatikum Methotrexat und seine Nebenwirkungen
“Nebenwirkungen sind Knochenmarksdepression, Nephrotoxizität, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Stomatitis, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Fieber, Pneumothorax, Pneumonitis, Cholestase und Transaminasenanstieg.” (Charité-Referenzdatenbank, “MTX SE“)
• p.o.: Behandlungsdosis und -dauer ergeben sich aus indikationsspezifischen Therapieregimen. Low dose: 1 × 7,5 mg/Wo p.o.; mittelhohe Dosierung: 100 – 1000 mg/m2 KO; hochdosiert: 1000 – 1200 mg/m2 KO jeweils als ED
• intrathekal: 8 – 12 mg/m2 KO 1 – 2/Wo. bis max. Gesamtdosis von 150 – 200 mg ( Dosierung nach Schemata mit Ara-C)
• Dosisreduktion bei Niereninsuffizienz: s. Tabelle 2
[Methotrexat-Nebenwirkungen im Allgemeinen]:
> 10 %: passagerer Transaminasenanstieg, AP , GIT-Beschwerden, Entzündungen und Ulzerationen der Mund-/ Rachenschleimhaut
1 – 10 %: Leukozytopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Diarrhoe, allerg. interstitielle Pneumonitis/Alveolitis, allerg. Hauterscheinungen, KS, Müdigkeit
0,1 – 1 %: Agranulozytose, Panzytopenie, GIT-Ulzera, GIT- Blutungen, Kreatinin , Harnsäure , Harnstoff , Entzündungen / Ulzerationen von Harnblase und Scheide, Blasenentleerungsstörungen, Leberschäden bis akute Lebernekrose, Albumin , BZ , Lungenfibrose, Photosensibilität, Alopezie, Zoster, (schwere) herpetiforme Hauteruptionen, (schwere) Vaskulitis, Schwindel, Verwirrtheit, Depressionen, Arthralgie, Myalgie, Osteoporose, schwere allerg. Reaktionen bis anaphylaktischer Schock
0,01 – 0,1 %: Oligospermie, Menstruationsstörungen
intrathekale Anwendung: akute aseptische Meningitis, nekrotisierende demyelinisierende Leukoenzephalopathie (nach Schädel-Radiatio)
Die spezifischen Methotrexat-Nebenwirkungen sind im folgenden bei den einzelnen Krankheitsbildern angegeben, da sie stark von der Dosierung und Dauer der Medikation abhängen.
Methotrexat-Nebenwirkungen bei hoher Dosierung in der Krebstherapie
Der Kampf gegen den Krebs ist stets ein Kampf auf Leben und Tod. Dementsprechend starke Nebenwirkungen …
“Zentral nervöse Toxizitäten treten vor allem bei Ifosfamid, Cytarabin oder hoch dosiertem Methotrexat auf und manifestieren sich in Kopfschmerzen, Verwirrtheitszuständen oder Bewußtseinsstörungen bis hin zum Koma.
Methotrexat-induzierte zentral-nervöse Toxizitäten können sich akut in Kopschmerzen und Desorientierung, subakut in fokal-neurologischen Ausfällen und langfristig in höhergradigen kognitiven Einschränkungen äußern. … Cisplatin, hochdosiertes Methotrexat und Ifosfamid sind die Zytostatika mit dem höchsten Risiko einer schwerwiegenden Nierentoxizität bis hin zum Dialyse-pflichtigen Nierenversagen.”
… werden daher inkauf genommen, wenn die Alternative ansonsten Leiden, Siechtum und Tod an der Grunderkrankung wären.
Die Literatur zu Nebenwirkungen hoher Methotrexat-Dosen ist mittlerweile sehr umfangreich. Eine interessante Facette ist, daß eine Krebstherapie mit Methotrexat, das einst in den 1940er Jahren als Arzneimittel gegen Leukämie seinen Siegeszug antrat, (in Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten) seinerseits zu Leukämie oder deren Vorstufen oder -zumindest in Kombination mit anderen Substanzen- zu Blut-, Lymph-, Blasen- oder Nierenkrebs führen kann. Einer Studie aus Australien zufolge könnte auch das allgemeine Krebsrisiko nach Methotrexat-Therapie bei Autoimmunerkrankungen (wie auch der rheumatoiden Arthritis) bis zu 50% erhöht sein.
Trotz seines Alters werden für Methotrexat immer noch neue Anwendungsmöglichkeiten gefunden, z.B. als Zusatz zu Acrylzement bei der Knochenchirurgie nach Kürettage von Knochenmetastasen.
Methotrexat-Nebenwirkungen bei mittlerer Dosierung in der Therapie von Autoimmunerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis
Als Nebenwirkungen werden häufiger Appetitlosigkeit, Übelkeit, Brechreiz, gelegentlich Durchfall (gastrointestinale Beschwerden) und ein vorübergehender Anstieg von Leberwerten (Transaminasen) auf das zwei- bis dreifache der Norm in den ersten Monaten der Behandlung jeweils vier bis fünf Tage nach der Einnahme beobachtet. Gelegentlich können Schleimhautgeschwüre (z. B. im Mund, Magen und Darm), Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Störung der Blutbildung und Wundheilung auftreten. Seltener sind Nebenwirkungen an der Haut, Funktionsstörung der Nieren, eine Lungenentzündung („trockener Husten“ als erstes Anzeichen), erhöhte Neigung zu Infekten, Haarausfall, allergische Reaktionen, Lichtüberempfindlichkeit der Haut und bei hochdosierter Langzeittherapie die Einwirkung einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes in der Leber (Leberfibrose). (Leitlinien Methotrexat)
Über einen Zeitraum von zwei Jahren kam es in Vergleichsstudien mit Leflunomid zwar zu geringeren, aber immerhin noch 17% Ausfällen aufgrund Nebenwirkungen, d.h. das Methotrexat mußte im fraglichen Zeitraum wegen Unverträglichkeiten abgesetzt und ggf. durch andere Therapeutika ersetzt werden:
“Zwei Studien wurden bis zu 2 Jahren ausgedehnt. Die positive Wirkung wurde aufrechterhalten, allerdings fielen für Leflunomid 18-20% der Patienten, für Sulfasalazin 23% und für Methotrexat 17% aus. Diese Zahlen weisen bereits auf signifikante Nebenwirkungen hin.” (Leflunomid (Arava) PHARMAINFORMATION UNABHÄNGIGE INFORMATION FÜR ÄRZTE DER ÄRZTEKAMMER FÜR TIROL, Jahrgang 15/ Nr. 2 Innsbruck Juni 2000)
Methotrexat ist grundsätzlich “Gift für die Leber” mit Leberfibrose und Leberzirrhose als möglichen Folgen der langfristigen Einnahme, wie sie vor allem bei Rheumatoidarthritis, Psoriasis (-Arthritis) u.a. chronischen Erkrankungen typisch ist.
Methotrexat wird i.d.R. in Kombination mit anderen Antirheumatika wie Anakinra, Etanercept, Infliximab (Remicade) u.a. verabreicht; Nebenwirkungen sind daher nicht immer leicht von Wechselwirkungen zu unterscheiden bzw. träten u.U. bei einer Methotrexat-Monotherapie nicht in derselben Weise auf als in Kombination mit anderen Rheuma- oder Schmerzmedikamenten.
Methotrexat-Nebenwirkungen bei geringer Dosierung und kurzer Anwendung beim Abbruch einer Extrauteringravidität (Eileiterschwangerschaft)
Vereinzelt wird Methotrexat in niedrigerer Dosierung auch zur Behandlung “steroidpflichtigen” Bronchialasthmas eingesetzt und über Methotrexat-typische Nebenwirkungen berichtet.
Methotrexat wird anstelle der operativen Entfernung des Fötus beim Abbruch von Bauchhöhlen- und Eileiterschwangerschaften eingesetzt (bei Abbruch regulärer Schwangerschaften u.U. in Verbindung mit Mifepriston – Mifegyne, RU486). Ein Einsatz zum Abbruch einer regulären Schwangerschaft kann problematisch sein, da Methotrexat schwere Fruchtschädigungen (Mißbildungen) nach sich zieht, sollte der Abort unerkannt mißlingen.
Bei Schwangerschaftsabbrüchen wird sowohl niedrig dosiert und das Methotrexat nur eine kurze Zeit verabreicht; entsprechend gering sind die Nebenwirkungen auf den Organismus der Schwangeren selbst. Hier erheischen eher die Wechselwirkungen mit evtl. gleichzeitig eingenommenen Medikamenten aufgrund zusätzlicher anderweitiger Indikation sorgfältige Beachtung. Der Abbruch der Extrauteringravidität (Einnistung der Eizelle im Eileiter, bevor sie die Plazenta erreicht hat) hat zwar sicher ebenfalls fruchtschädigende Wirkung; diese kann aber außer acht gelassen werden, da der Embryo ohnehin abgestorben wäre. Hier geht es darum, die bei Platzen des Eileiters tödliche Gefahr für die Mutter abzuwenden!
Maßnahmen gegen Methotrexat-Nebenwirkungen und Methotrexat-Vergiftungen
Zur Vorbeugung oder Milderung von Methotrexat-Vergiftungen durch Überdosierung usw. werden u.a. Mittel gegeben, die seiner direkten Wirkung, der Purin-Biosynthese-Hemmung entgegenwirken. Da Methotrexat die Verwertung der lebenswichtigen Folsäure im Körper blockiert, wird versucht, deren Konzentration Körper zu erhöhen, etwa so, wie man gegen eine Kohlenmonoxid-Vergiftung mit reinem Sauerstoff vorgehen würde. Es gibt hierzu verschiedene Präparate, die hochdosierte Folinsäure enthalten, z.B. Ribofolin® (ähnliche Präparate Calciumfolinat-biosyn, Calciumfolinat-Gry, FOLI-cell, Leucovorin, Rescuvolin u.a.). Andererseits wird von der Verwendung von Folsäure unter der Methotrexat-Therapie auch wieder abgeraten, da sie die Wirkung des Methotrexat schwächt, basiert diese doch gerade auf der erfolgreichen Unterdrückung des Folsäure-Stoffwechsels zur Hemmung des Zellwachstums. Andererseits setzen sich dieselben Organisationen auch wieder für die gemeinsame -erstattungsfähige- Verordnung und Einnahme von Folsäure und Methotrexat ein. Hier sind sicherlich noch weitere Studien zu erwarten.
Dies war der dritte Beitrag in unserer Reihe zur Methotrexat-Therapie.
…..
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mono8no8aware sagte
schlimme nebenwirkungen!
aber soweit ich weiß hat schokolade auch üble nebenwirkungen, und erstaunlich viele…oder?
gelenkgesund sagte
Hi und herzlich willkommen hier! Die Bezeichnung Nebenwirkungen verwende ich in meinen Texten nur in Bezug auf Medikamente. Klar haben auch Lebensmittel alle möglichen Wirkungen und Wechselwirkungen untereinander. Als ehemalige Arthritikerin habe ich während meiner Erkrankung damals beispielsweise Bekanntschaft mit einigen für mich sehr unangenehmen Nebenwirkungen von Rheumamedikamenten wie Sulfasalazin, Cortison & Co. machen müssen. Schoki habe ich vor, während und nach dieser Zeit in Maßen gegessen und kann bisher nicht sagen, dass sie mir geschadet hat. Ganz im Gegenteil
.
mono8no8aware sagte
ich denke, dass der industriezucker in schokolade und all den anderen bergen an süßigkeiten in allen läden die meisten der volkskrankheiten verursacht: diabetes, karies, …
da aber das gleiche fänomen zu beobachten ist wie beim rauchen auch: es tötet bekanntermaßen und trotzdem sorgt der kapitalismus dafür, dass er geschäft mit den zigaretten macht, gnadenlosen profit auf dem rücken der rauchergentodleute…
gelenkgesund sagte
Ich danke dir für deinen Kommentar. Sarkasmus ein: Wer ganz viel MTX nimmt, merkt die Nebenwirkungen von Zucker nicht.
mono8no8aware sagte
wie lange hat mann/frau dann schätzungsweise noch zu leben?
beim einnehmen von GANZ VIEL MTX??? sarkasmus aus…
herzliche grüße
ludwig
gelenkgesund sagte
Als mein internistischer Rheumatologe mir damals Methotrexat verschreiben wollte, dachte ich unwillkürlich: Metho-dreck-sat. Ob ich nun an der rheumatoiden Arthritis leide oder für relative Schmerzfreiheit an den Nebenwirkungen von Medikamenten, ist doch letztlich ‘Jacke wie Hose’, dachte ich und schluckte es nicht.
Allerdings erinnere ich mich gut an Schmerzen, solche Schmerzen, die mich Agnostikerin damals dazu brachten, nachts verzweifelt auf dem Boden zu knien und zu versuchen, zu beten – damit es aufhört. Mein Körper entzündete sich, verformte sich, schwoll an. Und ich war genau da drin und musste das durchleiden. Es war oft zuviel für mich. Und nicht einmal oder nur für kurze Zeit. In solchen Momenten zählt es viel weniger, dass man durch die Medikamente Lebenszeit verlieren und noch schlimmer krank werden kann. Und wenn es zehn Jahre sind, die ich weniger habe, dachte ich in zahllosen solcher Momente – aber den Rest der Zeit wenigstens ohne diese Schmerzen. In meinen schlimmsten Tagen habe ich mich früh am Morgen aus dem Bett gedreht und bin ins Bad gekrochen – und zwar auf Ellenbogen und Knien. Daher kann ich jeden gut verstehen, der Rheumamedikamente schluckt, damit er in der Lage bleibt, sich selbst zu behelfen. Wichtig find ich, dass man genau von dem Punkt aus, an dem es einem nur irgendwie möglich ist, aktiv nach anderen Lösungen sucht.
mono8no8aware sagte
au backe, das liest sich ja richtig dramatisch und erinnert mich daran, als ich mal eine art bandscheibenvorfall hatte oder was auch immer gepaart mit hexenschuss und ich keinen millimeter (ungelogen) mich bewegen konnte ohne wie am spiess vor schmerz zu brüllen, nur wer so etwas mal erlebt hat, weiss, warum dr. house immer vicodin frisst und den leuten mtx verschreibt…
solche schmerzen sind die hölle und da ist einem einfach ALLES recht, auch wenn du weisst, dass die einnahme evtl. dein leben verkürzt!
herzliche grüße
ludwig
gelenkgesund sagte
Genau, und neben dieser Lebensverkürzung viele neue Erkrankungen und Behinderungen hervorrufen kann. Ich ging damals zum Arzt und schluckte seine Medikamente, weil ich zwei Dinge wollte:
1. das Ende der Schmerzen und 2. mein altes Leben zurück, mein gewohntes Ich.
Zu Punkt 1 musste ich lernen, was mir der Arzt auch gleich dazu sagte: Eine Weile helfen die Medikamente, dann brauchen Menschen mit RA meist mehr bzw. stärkere und so immer weiter, dazu die Medikamente gegen die Nebenwirkungen und Folgeerkrankungen durch die Medikamente bis hin zum Einsatz künstlicher Gelenke oder der Versteifung. Bei dem aggressiven Verlauf meiner Rheumatoidarthritis gab er mir bis zur OP der Finger- und Handgelenke nur einige Jahre Zeit. Das ist etwas, das nach dem MTX, anderen Basismedikamenten und Biologicals oft ja erst noch kommt. Meine Gedanken waren: Stell dir vor, nichts hilft mehr. Dann kommt der Entschluss, sich bestimmte Gelenke freiwillig versteifen zu lassen. Stell dir vor, du siehst dich in der Situation, Teile von dir selbst feiwillig und unwiederbringlich einsteifen zu lassen! Auch damit leben die Betroffenen dann, mit Mut, Kreativität, bewundernswertem Lebenswillen und finden Lebensglück in vielen kleinen, großen Dingen. Ja. Und wieder andere berichten, dass das Opfer Einsteifung die Schmerzen letztlich nicht nehmen konnte …
Zu Punkt 2 Mein altes Leben war definitiv vorbei. Obwohl ich lange brauchte, um mir das einzugestehen. Mein eigener Körper hatte mein mir so vertrautes Ich um einiges verändert. Und so einiges habe ich bewusst verändert, um wieder gesund zu werden. Was ich heute bin. Es geht mir besser als vor meiner rheumatoiden Arthritis.
Zu dem von dir angesprochenen Thema Zucker habe ich das Buch: “Zucker, Zucker…: Krank durch Fabrikzucker…” von Max Otto Bruker gelesen. Auch wenn meine Heilung von der entzündlichen RA nichts mit meiner alltäglichen Ernährung zu tun hatte, ist das Feld Ernährung für mich sehr wichtig, um beispielsweise Gelenkverschleiß gut vorbeugen zu können. Meinen herzlichen Dank an dich für die Inspiration!
mono8no8aware sagte
bei mir beginnt RA erst, vor allem in der linken hand, aber auch in der rechten und in den füßen…
ich merke, wie da ein unsichtbares böses gespenst mir an meine wertvollen extremitäten und sie verunstalten will…
übel…
leider habe ich in meinem ganzen leben immer sehr viel industriezucker zu mir genommen, heisshunger auf süßes, eine art seelenbalsam in zeiten des alleinseins, wie auch immer…
das buch von dem bruker kenne ich gut, denn seine bücher waren das a und o als ich mal eine spezielle körnerkosttherapie gegen diese industriezuckerfresserei am schluchsee im schwarzwald machte, leider musste ich nach einer woche aufgeben wegen zu großer bauchschmerzen durch blähungen, unerträglich war das leider…
gelenkgesund sagte
Das Traurige ist ja, das der Industriezucker auch noch dazu das billigste ‘Suchtmittel’ ist. Und die Gewöhnung daran ist daran sehr stark. Die körperliche Gewöhnung und die Gewöhnung an den Umgang damit in der eigenen Küche, beim Einkauf und die Gewohnheiten der Familie. Ich war darauf richtig trainiert. Gute Freunde haben sich meiner vor ca. 2 Jahren “angenommen” und mir gezeigt, dass ich ohne Fleisch leben kann und das sie auch ohne Industriezucker leben können. Sie haben mich wundervoll lecker bekocht und in ihrem Hause gibt es kein Fleisch und keinen Zucker, keine Konserven und Tütenessen incl. fertiger Gewürzmischungen. Ich war auf Entzug! Das war am Anfang oft schlimm. Und gleichzeitig war ich so pappsatt und glücklich “gefüttert”, dass sich die Gewichte in meinen Essensgewohnheiten verschoben. Bis ich von selbst nichts anderes mehr wollte. Das hat ca. anderthalb Jahre gedauert. Ich freue mich unglaublich auf den ersten Löwenzahnsalat mit Knoblauch, ich liebe orange Suppe (Kürbis) und Fenchel mit Käse! An Schoki und Zucker komme ich dagegen schwerer vorbei. Und deswegen ersetze ich sie rechtzeitig: dadurch, dass ich davon einfach nix im Hause habe, dafür immer Obst, Gemüse, Honig, Rosinen, Mangostreifen, Agavendicksaft, Kompott und Marmelade ohne zusätzlichen Zucker und ganz wichtig: Nüsse! Mandeln ersetzen unglaublich viele Male Brot und Brötchen. Getreidemahlzeiten mag ich nicht wirklich gern – ein Löffel Grünkern ist da schon ausreichend, das ganze Vollkornfutter bekomme ich kaum runter, selten mal Nudeln und Reis. Eier und Käse aber schon öfter und Tofu, am liebsten geräuchert, gebraten mit Pilzen finde ich ihn auch lecker. Schokolade und Co. erlaube ich mir in Maßen und an Würfelzucker gehe ich meist vorbei und feiere mich innerlich für jedes einzelne Mal, dass mir das gelingt. Hehre Ziele sind nicht meine Sache – das eine Stück Zucker, das ich jetzt nicht gegessen habe, macht für mich den Unterschied. Das bedeutet, dass ich täglich viele kleine Erfolge feiere und das macht mich zufriedener, als Zucker es kann. Und wenn es doch passiert, “verzeihe” ich mir großmütig
.
Warst du mit deinen Beschwerden schon bei einem Fachmann? Einem internistischen Rheumatologen? Es ist wichtig, frühzeitig eine gute Diagnose zu erhalten um sich ein Bild und danach Pläne machen zu können. Ungebremste Gelenkzerstörung ist so gefährlich und folgenreich!
mono8no8aware sagte
nein, war noch bei keinem fachmann…
aber vielen dank für die vielen wichtigen infos!
ich werde mal einen termin abmachen…
hab einen schönen sonnigen sonntag!
gelenkgesund sagte
Danke dir, das wünsche ich dir auch! Sonne gibt es hier heute reichlich
. Hoffentlich bekommst du kurzfristig einen Termin. Das ist meist nicht einfach. Wenn es gar nicht geht, dann bitte deinen Hausarzt, sich für einen schnellen ersten Termin einzusetzen.
mono8no8aware sagte
das geht leider nicht, ich habe eine furchtbare hausärztin, die mir alles versagt, wo ich zigmal betteln muss auch nur um ein minirezept…es ist furchtbar!
gelenkgesund sagte
Das glaub ich dir gerne. Die für mich “richtige” Hausärztin hab ich damals auch lange suchen müssen. Aber es hatte sich gelohnt. Dabei fällt mir auf, dass ich sie seit sechzehn Jahren nicht mehr gesehen habe
.
mono8no8aware sagte
wie kommuniziert ihr dann?
über mail?
wie bekommst du deine rezepte?
gelenkgesund sagte
Na, davon war bisher einfach nichts mehr nötig
.