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Methotrexat in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis – Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen

Geschrieben von gelenkgesund - 8. August 2011

Eines der am häufigsten verordneten Medikamente in der Therapie der chronischen Polyarthritis (cP) bzw. Rheumatoiden Arthritis (RA) ist das Methotrexat. So, wie jedes Medikament, das wirkt, im Allgemeinen auch Nebenwirkungen hat, so zeigt auch eine Methotrexat-Therapie Nebenwirkungen und so tritt auch Methotrexat in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten und sonstigen Stoffen (z.B. Nahrungsergänzungsmitteln, Genußmitteln oder Lebensmitteln oder Substanzen, die aus einer Selbstmedikation stammen).

Mögliche direkte Nebenwirkungen sind z.B. Mundschleimhautentzündungen, Durchfall, Übelkeit, Bauchbeschwerden, Nierenfunktionsstörungen bis hin zu schweren Leberschäden, denen u.a. mit Folsäuregaben entgegengewirkt wird. Folsäure ihrerseits setzt allerdings die Wirksamkeit von Methotrexat als Folsäure-Antagonisten herab.

Methotrexat in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis – Wirkungen, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen

Dies ist der erste einer Reihe von Beiträgen, die in loser Folge in den nächsten Wochen erscheinen werden.
Die vorgesehenen weiteren Beiträge zu Methotrexat-Wirkungen und dessen Neben- bzw. Wechselwirkungen finden Sie am Ende des Beitrages.

Methotrexat ist ein Medikament, das nicht nur zur Therapie der rheumatoiden Arthritis eingesetzt wird, sondern auch bei anderen Autoimmunerkrankungen sowie in der Krebstherapie und -in niedriger Dosierung- gegen eine Schwangerschaft in der Bauchhöhle oder in einem Eileiter (Extrauteringravidität/Eileiterschwangerschaft) bzw. in jüngerer Zeit zur direkten Abtreibung (Schwangerschaftsabbruch).

1.) Methotrexat in der Therapie der Rheumatoiden Arthritis

Dies ist nur ein Auszug aus der Therapielandschaft der rheumatoiden Arthritis oder cP, die anderweitig ausführlicher dargestellt werden wird. Diese Beitragsreihe befaßt sich ausschließlich mit der Stellung des Methotrexat im Therapiekonzept der chronischen Polyarthritis. Andere Anwendungsgebiete, wie der Methotrexat-Einsatz in der Onkologie (Krebsbehandlung), dem Schwangerschaftsabbruch oder in verwandten Gebieten der Rheumatherapie (etwa der Behandlung der Psoriasis-Arthritis u.a.), werden hier nur gestreift, soweit es zum Verständnis notwendig erscheint.
Sämtliche Beiträge enthalten bewußt eine Vielzahl von spezifischen weiterführenden Verweisen auf andere Webseiten (“Links”), in denen der jeweilige Einzelaspekt i.d.R. vertieft oder aus anderer Sicht dargestellt wird – man kann diese Beiträge daher auch als eine Art “Studienführer” nutzen, was gerade neu an der rheumatoiden Arthritis Erkrankten einiges an Suchaufwand ersparen kann, statt sich erst durch Unmengen irrelevanter Methotrexat-Suchergebnisse zu quälen.

Methotrexat wird in all seinen Anwendungsgebieten selten allein eingesetzt, sondern in bestimmten geläufigen Kombinationstherapie-Ansätzen, bei der Rheumatoidarthritis heute häufig z.B. in Kombination mit anderen Rheumamitteln, z.B. Etanercept (Enbrel®), sowie Schmerzmedikamenten. Es ist in fast allen Therapiekonzepten des rheumatischen Formenkreises zu finden (ca. zwei Drittel der Rheuma-Behandlungen umfassen auch die Methotrexat-Gabe), soweit die einzelne Erkrankung auf autoimmune Ursachen zurückgeführt wird, z.B. auch bei der Dermatomyositis, rheumatischen Iridozyklitis (Regenbogenhaut- und Ziliarkörper-Entzündung), Polymyalgia rheumatica (Riesenzellarteriitis), Lupus erythematodes u.a.

Das Mittel erfordert konsequente Disziplin auf Seiten der Patienten:

Die Therapie setzt die Akzeptanz des Patienten voraus. Sie sollte nur begonnen werde, wenn die Indikation durch einen Facharzt gestellt wurde. Wichtig ist, Kontraindikationen auszuschließen. Der Patient sollte sich präzise über die Behandlung aufklären lassen. Die Therapie setzt ein großes Maß an Zuverlässigkeit voraus und erfordert regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen. (Leitlinien Methotrexat)

Methotrexat kann zu Magen-/Darmbeschwerden führen (siehe den künftigen Beitrag zu Methotrexat-Nebenwirkungen). Da die Verträglichkeit und auch die Bio-Verfügbarkeit von Methotrexat bei Umgehung des Magen-Darmtraktes besser sind, wird es häufig als Spritze oder Infusion verabreicht. Subkutane Injektionen können nach entsprechender Schulung durch Pflegepersonal auch selbst durchgeführt werden, dabei muß der Patient aber selbst auf die regelmäßige Injektion und Dosierung achten (immer am selben Wochentag, möglichst immer zur selben Uhrzeit usw.).

Methotrexat ist ein Immunsuppressivum und Zytostatikum, d.h. es unterdrückt sowohl Immunreaktionen wie es auch das Zellwachstum hemmt. Das verschreibungspflichtige Methotrexat wird nach gründlicher Untersuchung auf Verordnung eines Arztes in Dosen zwischen 5 und 25 mg (Milligramm, tausendstel Gramm) pro Woche angewendet und die Methotrexatgabe erfolgt i.d.R. einmal wöchentlich. Versehentliche Überdosierungen haben vereinzelt zu Todesfällen geführt.

Methotrexat ist vermutlich das am häufigsten mit anderen sog. Rheuma-Basistherapeutika kombinierte Medikament. Es wird unter Marken- bzw. Handelsnamen wie Lantarel®, Methex®, Ebetrexat®, Metoject®, Lantarel®, MTX®, Metex/Methex®, Bendatrexat®, Neotrexat®, Methotrexat medac®, METHOTREXAT-biosyn liquid®, Methotrexat-GRY®, Methotrexat ,,Lederle“®, MTX HEXAL® und als diverse weitere Generika vertrieben.

Gerade aufgrund des Faktors, der seinen symptomatischen Behandlungserfolg in der Rheumatherapie (und nicht nur dort) entscheidend ermöglicht, führt Methotrexat auch zu Komplikationen für den gesundheitsbewußten Patienten, denn es schwächt absichtlich das Immunsystem, da nur so eine Eindämmung autoaggressiver Immunzellen ermöglicht wird. Ähnlich wirken auch manche Goldpräparate und viele andere Rheumamedikamente haben immunsuppressive Wirkungen.

Während Erwachsene i.d.R. Einsicht in die Krankheitsnotwendigkeiten haben und daher deren Compliance durch Überzeugungsarbeit erreicht werden kann, erweist sich die perorale Dauermedikation bei Kindern z.T. als schwierig.

Alles, was anderwärts bereits zur Methotrexat-Therapie gesagt wurde, hier zu wiederholen, wäre für unsere Leser(innen) unnötig zeitraubend. Es gibt von den einschlägigen Fachverbänden umfangreiche Literatur, auf die wir daher im folgenden mit kurzen Kommentaren verweisen:

Die generelle Vorgehensweise (“Best Practice”) wird in der

Leitlinie der Deutschen Rheumaliga: “Management der frühen rheumatoiden Arthritis mit verschiedenen Beleg- und Literaturstellen zur Methotrexat-Therapie und Methotrexat-Verträglichkeit

beschrieben.

Empfehlungen zum Einsatz von Rheumamedikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit

Rheuma & Darm – Berührungspunkte in Diagnose und Therapie

Diese weiteren Beiträge zu Methotrexat-Wirkungen und Neben- bzw. Wechselwirkungen erscheinen in loser Folge in den kommenden Wochen:

2.) Die Substanz Methotrexat – Chemie und Pharmakologie

Methotrexat-Forschung und Geschichte

Von der Entdeckung/Synthese des Methotrexat im Jahr 1949 durch Yellapragada Subbarao (und sein Chemiker-Team) bis heute.

3.) Das Antirheumatikum Methotrexat und seine Nebenwirkungen

Das umfangreiche Nebenwirkungsregister von Methotrexat nach Häufigkeit und Schweregrad mit Verweisen auf Quellen aus dem In- und Ausland.

Methotrexat-Nebenwirkungen bei hoher Dosierung in der Krebstherapie

Methotrexat-Nebenwirkungen bei mittlerer Dosierung in der Therapie von Autoimmunerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis

Methotrexat-Nebenwirkungen bei geringer Dosierung und kurzer Anwendung beim Abbruch einer Extrauteringravidität bzw. dem regulären Schwangerschaftsabbruch.

4.) Methotrexat-Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Substanzen

Kontraindikationen – wann muß auf Methotrexat vollständig verzichtet werden?

5.) Methotrexat und seine sonstigen Anwendungen

Methotrexat in der Veterinärmedizin

6.) Methotrexat im Volksmund – Verschreibung und Verwechslung

7.) Methotrexat im In- und Ausland – Therapievergleiche

8.) Resistenzen gegen Methotrexat und Methotrexat-Analoga und -Substitute.

Dies war der dritte Beitrag in unserer Reihe zur Methotrexat-Therapie. Weitere Übersichten zu Arzneimittelneben- bzw. -wechselwirkungen finden Sie in unserem Beitrag “Online-Ressourcen zu Arzneimittel-Neben- und -Wechselwirkungen“.

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