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Wer heilt mich von Arthritis? Glaubenssätze und was sie bewirken können – Teil 1

Geschrieben von gelenkgesund - 16. Mai 2011

Oft höre ich von Menschen mit rheumatoider Arthritis den Satz: „Rheuma kann man nicht heilen!“ und frage verwundert: „Wie kommst Du denn darauf?“ Ein Austausch von Überzeugungen beginnt.

Recht populär ist die Überzeugung von der rheumatoiden Arthritis als einer Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper selbst angreift. Daraus wird oft abgeleitet, dass die Arthritis nicht heilbar sei. Schon gar nicht durch den Betroffenen selbst, denn:

Wenn schon die Ärzte (als die Götter in Weiß) nicht wissen, wie die rheumatoide Arthritis tatsächlich geheilt wird, wie soll ich (einfacher Mensch) das denn wissen?“

Die zugrunde liegende Argumentation nach dem Eher-und-Weniger-Prinzip lautet: „Wenn etwas dem, dem es eher zukommen könnte, nicht zukommt, dann ist offensichtlich, dass es auch nicht dem zukommt, dem es weniger zukommen könnte.“

Wem etwas eher zukommen könnte, wird zumeist recht schnell mit Blick auf das als umfangreicher angenommene Wissen des Mediziners beantwortet.

Diese Überzeugung wiegt schwer. Ebenso die Folgen. „Die Diagnose Rheuma lässt viele Patienten resignieren und geduldig Schmerzen, Schicksal und Dauermedikamentation ertragen”, sagt Heilpraktiker Gräber.

Auch selbstbezogene Überzeugungen spielen eine wichtige Rolle im Umgang des betroffenen Menschen mit „seiner“ rheumatoiden Arthritis (RA).

Eine Selbstüberzeugung könnte dann so aussehen: „Mein Körper entzieht sich meinem Einfluß. Ich will nicht krank sein und trotzdem greift sich mein Körper selbst an. Im Hinblick auf biochemische Vorgänge und Genetik bin ich machtlos. Ich kann mir eben gerade deshalb schon gar nicht ursächlich selbst helfen. Also ist eine Heilung durch mich selbst nicht möglich.“

Diese Sätze sind geeignet, als “sich selbst erfüllende Prophezeiung” zu wirken: das Ergebnis entspricht der inneren Überzeugung und bestätigt diese erneut. Die implizite Folgerung: „Sie machen sich bzw. ich mache mich selbst krank/kaputt!“, transportiert auch die Überzeugung von der eigenen Schuld als Ursache. Das hebt nicht wirklich die Motivation. Die Suche nach den eigentlichen Ursachen und Lösungen ist blockiert.

So wird der Betroffene auch zum inneren Klienten (=Abhängigen) der Schulmedizin. Als solcher lässt er Symptome unterdrücken und wird in Folge dieser Symptomunterdrückung durch die Nebenwirkungen aggressiver Chemie, die keine Heilung herbeiführen kann, noch mehr zerstört.

So lange die rheumatoide Arthritis ursächlich als Autoimmunerkrankung in oben beschriebener Interpretation angenommen wird, ist die Aussicht auf: “…eine Heilung in der Rheumatologie derzeit schwer vorstellbar.”*

Petermann et al.** beschreiben den Verständnis behindernden Gebrauch von Worthülsen mit dem „dormativen Prinzip“: „In der letzten Szene seiner Komödie vom eingebildet Kranken lässt Moliere der Titelperson des Stückes, Argan, die medizinische Doktorwürde verleihen, und zwar durch eine Gruppe als Ärzte verkleidete Schauspieler, die ihm in Scheinlatein eine Reihe von Fragen stellen. Eine davon lautet: „Warum schläfert Opium ein?“ Argan antwortet darauf, dies läge an der dem Opium innewohnenden Kraft, schläfrig zu machen, dem „dormativen Prinzip“. Moliere macht sich damit über jene Art von „Erklärungen“ lustig, die bei genauerem Hinsehen nicht wirklich das Verständnis von Zusammenhängen und Mechanismen fördern, sondern nur verbergen sollen, dass der Befragte die Antwort auch nicht weiß und gleichzeitig den Anschein von Wissenschaftlichkeit erwecken will. Argwöhnisch sollten Erklärungen machen, in denen „-kräfte”, „-triebe“ oder „-instinkte“ bemüht werden (z.B. Schwerkraft, Todestrieb, Mutterinstinkt). Die Verwendung des dormativen Prinzips lässt sich aber auch vermuten bei Erklärungen, wie „das ist genetisch“, „das ist psychosomatisch“ oder „es funktioniert elektrisch“. Ein bewährtes Gegenmittel ist die Frage „Ja, aber wie?“ “

Auf die Frage: “Warum ist die rheumatoide Arthritis nicht heilbar?”,  würde ein Argan heute antworten: “weil sie eine Autoimmunerkrankung ist”.

Aus der glatten Worthülse Autoimmunerkrankung bekam ich keine Hilfe gegen meine Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Sie behinderte meine Suche, schränkte meine Möglichkeiten genau um die sehnlichst gewünschte Gesundung ein. Denn weder mein Arzt noch meine Mitmenschen hielten eine Heilung für möglich. Ich aber wollte mich nicht mit der Erkrankung abfinden, mich nicht mit ihr einrichten, sie nicht als einen Teil von mir annehmen lernen, kein Patient bleiben.

Mein eigenes Herangehen formte ich zunächst in meinen Überlegungen:

Der Schüler ist der reinen Lehre am nächsten“, las ich. Das leuchtete mir sofort ein, denn der Lernende, Wachsende steht unmittelbar im Prozess des Seins und Werdens. In diesem Sinne nahm ich diese rheumatoide Arthritis als zu bewältigende Herausforderung auf meinem Weg.

Der Mensch mit RA ist von der Erkrankung unmittelbar selbst am stärksten betroffen. Für mich gibt es keine größere körperlich und seelisch existenzielle Nähe als die dieses unmittelbar selbst-betroffen-Seins. Deshalb ist für mich immer der Selbst-Betroffene derjenige, der die höchste Motivation entwickeln kann, ausdauernder und unnachgiebiger als jeder andere für sich, für seine Heilung zu kämpfen. Sie ist sein ureigenstes Interesse.

Da war also zuerst ich selbst gefragt! Meine Heilung was mein ureigenstes Interesse! Mit der Zeit wurde ich mein eigener Coach.***

Ich bildete meinen eigenen Eher-und-Weniger-Satz: „Wenn es den, den es (unmittelbar und existenziell) betrifft, nicht zur Mobilisierung aller erdenklichen Kräfte (einschliesslich der Kraft des Weiterentwickelns und Weiterlernens) veranlasst, wie soll es dann den veranlassen, den es weniger (mittelbar durch berufliches oder/und sonstiges Interesse) betrifft?“

Von da an habe ich meine Sache aktiver vertreten, als andere das je für mich hätten tun können.

Als tauglich zur Heilung erwiesen sich die mir selbst ständig wieder neu gestellten Fragen: „Ja, aber wie?, wann?, wo?“ Mit ihrer Hilfe habe ich die Antworten und Erkenntnisse gefunden, aus denen meine Gelenkgesund!™ Übungen entstanden sind.

Wie die erste Gelenkgesund!™ Übung für die Daumen-Handballen-Region enstand

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*Radbruch, Andreas, Quelle: www.thieme.de/SID-A822711F-3E330A67/…/Cc_Rheuma_08web.pdf
**Petermann, Franz et al.: Entwicklungswissenschaft, Springer, 2004
***Nach Ruth Cohn, der Begründerin der Themenzentrierten Interaktion TZI

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